Renate Hammond
Renate Hammond

Renate Hammond

Press Archive

Nürnberger Nachrichten, 17.10.1989, BERND ZACHOW

 

Dark Visions

Drawings by Georg Fiederer in the Galerie am Theater in Fürth

Georg Fiederer: "The red Table".

FÜRTH - An outstanding representative of that figurativeness of painting, which at least always found a niche at the Academy of Fine Arts in Nuremberg, is currently showcased at the Galerie am Theater in Fürth. On show are the stunning, large-scale drawings by Georg Fiederer who after studying with Professor Ludwig Scharl in Nuremberg has moved back to his hometown of Regensburg, a critical realist who sees himself in a tradition that stretches from the Danube-School through to Alfred Hrdlicka.

 

Fiederer, the admirer of Thomas Bernhard, who comes from a town like his, where the princes and prelates are always more powerful than all forms of contemporary democracy, illustrated with his drawings, a text written by the Austrian writer, forty years ago: "... those who count with the rosary, / with the apples, pears, / those with the yellow, white / empty headed ... those with the black robes, / with the yellow trousers, / the one with the feminine look, / with the yellow rose ... "

 

Georg Fiederer’s social criticism does not apply to real events, "but transforms social life to an assemblage of unconnected individual scenes," as Ludwig Scharl said, "a kind of fantasy setting that is directly reminiscent of scenes from the theatre of the absurd." For example, Fiederer poses in a peculiar mixture of styles from naive and sophisticated elements drawn tableaus the traditional representatives of our society, government, clergy, judges usually hard next to a helpless, naive, slightly moronic acting child, which is largely synonymous with the artist's conception of the governed.

 

In addition to these pictures the also exhibited paintings by Renate Höllerer-Hammond seem almost harmless. The artist has remained faithful to her theme in her new works. In bright colours and clear lines she tells about the real "existential" problems of many people in Western industrialised countries. This is not about war or peace, freedom or oppression, famine or prosperity, but "overweight" or "healthy diet".

Nürnberger Nachrichten, 17.10.1989, BERND ZACHOW

 

Düstere Visionen

Zeichnungen von Georg Fiederer in der Fürther Galerie am Theater

Georg Fiederer: „Der rote Tisch“

FÜRTH – Einen herausragenden Vertreter jener Figürlichkeit in der Malerei, die an der Nürnberger Kunstakademie zu allen Zeiten zumindest ihre Nischen fand, stellt die Fürther Galerie am Theater derzeit vor. Gezeigt werden die durchaus beeindruckenden, großformatigen Zeichnungen des nach seinem Nürnberger Studium bei Professor Ludwig Scharl wieder in seiner Heimatstadt Regensburg lebenden Georg Fiederer, eines kritischen Realisten, der sich in einer Tradition sieht, die von der Donauschule bis zu Alfred Hrdlicka reicht.

 

Fiederer, der Verehrer von Thomas Bernhard, der wie dieser aus einer Stadt kommt, in der Fürsten und Prälaten allemal noch mächtiger sind als alle Formen der zeitgenö ssischen Demokratie, illustriert mit seinen Zeichnungen einen Text, den der österreichische Schriftsteller vor vierzig Jahren schrieb: „… die mit dem Rosenkranz zählen, / mit den Äpfeln , den Birnen, / die mit den gelben, weißen / leeren Stirnen,… die mit dem schwarzen Rock, / mit der gelben Hose, / der mit dem Mädchengesicht, / mit der gelben Rose…“

 

Georg Fiederers Gesellschaftskritik greift nicht das reale Geschehen auf, „sondern formt gesellschaftliches Leben zu einer Assemblage unzusammenhängender Einzelszenen um“, wie Ludwig Scharl meint, „ eine Art Phantasiekulisse die unmittelbar an Szenen des absurden Theaters erinnert“. So stellen etwa Fiederers in einer eigenartigen Stilmischung aus naiven und raffinierten Elementen gezeichnete Tableaus die traditionellen Repräsentanten unserer Gesellschaft, Obrigkeit, Klerus, Richter meist hart neben ein hilfloses gutgläubiges, leicht debil wirkendes Kind, das weitgehend mit des Künstlers Vorstellung von den Regierten gleichzusetzen ist.

 

Der harte zupackende Strich Fiederers, unterbrochen von purpurnen, schwarzen und grellweißen, die hohen Formate seiner Bildgründe und deren Anordnung zu altarartigen Reihungen (Triptychen), alles erinnert an die – auch damals vielfach gesellschaftskritisch gemeinte – Kunst der späten Gotik und der frühen Neuzeit. Mit einem (modernen) Unterschied: Fiederers apokalyptische Visionen sind ohne den Silberstreif der Hoffnung, des Glaubens, seine Bilder scheinen hoffnungslos düster: „… die auf der grünen Milch / schwimmern in den Abend hinunter, / die im schwarzen Wald, / in der kalten Nacht gehen unter …“

 

Neben diesen Bildern wirken die ebenfalls ausgestellten Gemälde von Renate Höllerer-Hammond fast harmlos. Die Künstlerin ist auch in ihren neuen Arbeiten ihrem Thema treu geblieben. In kräftigen Farben und klarer Zeichnung erzählt sie von dem wirklich „existentiellen“ Problem vieler Menschen in den westlichen Industrieländern. Dabei geht es nicht um Krieg oder Frieden, Unterdrückung oder Freiheit, Hunger oder Wohlstand, sondern um „Übergewicht“ oder „gesunde Ernährung“.

Renate Hammond

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